Es gibt diese Momente, die viele Hundehalter kennen:
Ihr seid entspannt unterwegs. Dann taucht plötzlich ein anderer Hund auf.
Innerhalb weniger Sekunden verändert sich alles.
Dein Hund wird steif, fixiert sein Gegenüber, die Leine spannt sich und Du merkst sofort: Jetzt wird es schwierig.
Vielleicht sprichst Du ihn an.
Vielleicht hältst Du ihm ein Leckerli hin.
Vielleicht hoffst Du einfach, dass Ihr schnell vorbeikommt.
Und trotzdem eskaliert die Situation.
Wenn Du das kennst, möchte ich Dir zuerst eines sagen:
Du bist damit nicht allein.
Genau solche Hunde begleiten mich regelmässig im Verhaltenstraining. Und nein – sie sind weder stur noch dominant. Sie sind häufig einfach emotional so aufgewühlt, dass sie in diesem Moment gar nicht mehr anders reagieren können. Deshalb schaue ich im Training nicht nur auf das Verhalten, sondern immer auch darauf, wie sich der Hund gerade fühlt. Denn genau dort beginnt für mich nachhaltige Veränderung.
Warum ich die konditionierte Entspannung nutze
Die konditionierte Entspannung ist für mich kein Wundermittel. Und sie ist auch nicht die Lösung für jedes Problem. Aber sie ist ein unglaublich wertvolles Werkzeug, das ich immer dann einsetze, wenn es zum Hund und zur Situation passt.
Warum?
Weil viele Hunde in schwierigen Situationen gar nicht mehr in der Lage sind, sinnvoll zu lernen. Ist die Erregung zu hoch, fällt es ihnen schwer, Signale wahrzunehmen oder gute Entscheidungen zu treffen. Genau hier kann die konditionierte Entspannung helfen. Sie kann dazu beitragen, dass die Erregung ein Stück sinkt und der Hund wieder ansprechbar wird. Und genau dieser kleine Moment ist oft Gold wert. Denn plötzlich entsteht wieder Raum für Kommunikation.
Hundebegegnungen sind ein gutes Beispiel
Stell Dir vor, Dein Hund entdeckt in der Ferne einen anderen Hund. Früher wäre er wahrscheinlich sofort nach vorne gegangen. Heute erkennst Du die ersten Anzeichen rechtzeitig. Du gibst ihm sein vertrautes Entspannungssignal. Er atmet einmal tief durch. Sein Körper wird etwas weicher. Er schaut kurz zu Dir. Und genau jetzt passiert das Entscheidende. Jetzt kann ich ihm helfen. Jetzt kann ich ihm zeigen, was er stattdessen tun kann.
Vielleicht läuft er mit Dir einen Bogen.
Vielleicht nimmt er Blickkontakt auf.
Vielleicht orientiert er sich an Dir.
Vielleicht entscheidet er sich sogar ganz von allein gegen das Pöbeln.
Nicht, weil er muss.
Sondern weil er es in diesem Moment wieder kann.
Genau dafür nutze ich die konditionierte Entspannung.
Nicht, damit der Hund „funktioniert“. Sondern damit er wieder lernen kann.
Jeder Hund ist anders – und genau so trainiere ich auch
Es gibt nicht die eine Übung, die jedem Hund hilft. Und genau deshalb arbeite ich nicht nach Schema F. Manche Hunde profitieren sehr von einem Entspannungssignal. Bei anderen stehen zunächst Management, Distanz oder ganz andere Trainingsschritte im Vordergrund. Ich schaue immer individuell:
Was braucht genau dieser Hund?
Denn Training darf sich an den Hund anpassen – nicht umgekehrt.
Düfte können ein schöner Entspannungsanker sein
Bei manchen Hunden nutze ich zusätzlich natürliche Düfte als Entspannungssignal. Da Hunde ihre Umwelt hauptsächlich über ihre Nase wahrnehmen, kann das eine wunderbare Möglichkeit sein, Entspannung mit einem bestimmten Geruch zu verknüpfen.
Lavendel
Lavendel wird häufig mit Ruhe und Gelassenheit verbunden und eignet sich für viele Hunde gut als Entspannungsduft.
Kamille
Kamille wirkt angenehm sanft und kann eine ruhige Atmosphäre unterstützen.
Zitrone
Ein sehr dezenter Zitronenduft kann ebenfalls genutzt werden.
Hier gilt jedoch: Jeder Hund ist anders. Deshalb beobachte ich immer genau, ob der Duft wirklich angenehm wahrgenommen wird.
Was mir im Training wichtig ist
Mir geht es nicht darum, dass Hunde einfach nur funktionieren. Ich möchte, dass sie sich verstanden fühlen. Dass sie lernen dürfen. Dass sie Vertrauen entwickeln. Und dass ihre Menschen verstehen, warum ihr Hund in bestimmten Situationen so reagiert.
Denn wenn wir das Verhalten verstehen, können wir gemeinsam daran arbeiten – fair, individuell und ohne Druck.
Die konditionierte Entspannung ist dabei eines von vielen Werkzeugen, die ich nutze, um Hunden den Weg zu mehr Gelassenheit zu erleichtern.
Mein Wunsch für Dich und Deinen Hund
Ich wünsche mir, dass Spaziergänge wieder Spass machen.
Dass Hundebegegnungen nicht mehr mit Bauchschmerzen verbunden sind.
Und dass Du Deinen Hund nicht nur trainierst, sondern ihn wirklich verstehst.
Denn genau dort beginnt für mich gutes Hundetraining.
Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Hund in bestimmten Situationen immer wieder an seine Grenzen kommt, begleite ich Euch gerne auf diesem Weg. Gemeinsam finden wir heraus, welche Trainingsbausteine zu Euch passen – individuell, alltagsnah und mit viel Verständnis für Deinen Hund.
➡️ Ich freue mich darauf, Euch kennenzulernen.